
Manchmal entstehen neue Ideen nicht am Schreibtisch, sondern aus einem ganz praktischen Problem. So war es auch bei der Ecogon Schuledition.
Als wir die zweite Auflage von Ecogon produziert haben, haben wir einen großen Teil des Spiels noch selbst konfektioniert. Das bedeutet: Bohnen zählen und eintüten, Hex-Plättchen aus dem A2 Tableau ausdrücken, Schachteln falten und packen – und am Ende genau wissen, was in jeder einzelnen Box steckt. Dabei blieb natürlich auch Material übrig. Einzelne Karten, Plättchen und andere Bestandteile, die für eine reguläre Spieleauflage nicht mehr ausreichten.
Für uns war klar: Wegwerfen kommt nicht infrage.
Gerade weil wir Ecogon von Anfang an möglichst nachhaltig produzieren wollten, wäre es widersinnig gewesen, funktionierendes Spielmaterial einfach zu entsorgen. Also haben wir uns hingesetzt und überlegt: Was können wir aus diesen Restbeständen machen?
Die Antwort lag eigentlich nahe: Ecogon wird schon seit Jahren gerne im Unterricht eingesetzt. Das kooperative Spiel eignet sich besonders für Themen wie Ökosysteme, Nahrungsketten und -netze, Lebensräume, Artenkenntnis und die Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Arten. Gleichzeitig bietet das gemeinsame Spielen viele Möglichkeiten, über menschliche Eingriffe in die Natur und nachhaltiges Handeln zu sprechen.
Warum also nicht aus den vorhandenen Materialien eine Version speziell für Schulen zusammenstellen?
Genau das haben wir gemacht.

Wir haben die vorhandenen Restbestände der zweiten Auflage neu kombiniert und daraus eine Ecogon Schuledition zusammengestellt, die sich besonders gut für den Einsatz mit bis zu 6 Kleingruppen eignet (bereits vorsortiert und fertig zum Einsatz). Ergänzend gibt es 4 Artenposter und für den Bildungsbereich vereinfachte Spielvarianten, Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter für unterschiedliche Klassenstufen. Eine Spielrunde lässt sich in etwa 30 bis 45 Minuten durchführen – damit passt Ecogon auch in eine normale Unterrichtsstunde.
Natürlich ist uns wie immer wichtig, dass Ecogon kein klassisches „Lehrspiel“ ist. Schülerinnen und Schüler sollen nicht das Gefühl bekommen, gerade ein Arbeitsblatt mit bunten Spielsteinen zu bearbeiten. Sie sollen gemeinsam ein Ökosystem aufbauen, Entscheidungen treffen und erleben, was passiert, wenn einzelne Elemente fehlen oder sich die Bedingungen verändern.
Denn ökologische Zusammenhänge lassen sich oft besser erleben als auswendig lernen. Wenn eine Tierart bestimmte Pflanzen oder Lebensräume benötigt, wird diese Abhängigkeit im Spiel unmittelbar sichtbar. Wenn das Ökosystem aus dem Gleichgewicht gerät, müssen die Spielenden gemeinsam überlegen, wie sie darauf reagieren können. So wird aus abstraktem Wissen eine konkrete Erfahrung.
Auch der kooperative Ansatz ist uns dabei wichtig. Im Klassenzimmer geht es nicht darum, wer am Ende die meisten Punkte hat. Die Gruppe verfolgt ein gemeinsames Ziel und muss sich absprechen, vorausplanen und gemeinsam Lösungen finden. Dadurch verbindet Ecogon fachliches Lernen mit Teamarbeit und sozialen Kompetenzen.
Und vielleicht ist genau das die schönste Geschichte hinter der Schuledition: Sie wurde nicht produziert, weil wir noch ein weiteres Produkt auf den Markt bringen wollten. Sie entstand, weil wir vorhandenes Material sinnvoll weiterverwenden wollten. #Upcycling

Aus Restbeständen wurde ein neues Angebot für Schulen. Und aus einem kleinen Produktionsproblem ist eine Version von Ecogon entstanden, mit der wir noch mehr Menschen für Ökosysteme, Artenvielfalt und die Zusammenhänge in unserer Natur begeistern können.
So kann nachhaltige Spieleproduktion aussehen: nicht immer alles neu machen, sondern manchmal einfach schauen, was bereits da ist – und was daraus noch entstehen kann.
Aber nur solange der Vorrat reicht! 😉
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